Veranstaltungsreihe Gesellschaftskritik

Vortrag - Film - Diskussion

Die Veranstaltungsreihe „Gesellschaftspolitik“ die das Medienhaus Hannover und das NLQ gemeinsam entwickelt haben und seit Oktober 2014 durchführen sind ein Angebot zur Verknüpfung von politischer Bildung und Medienbildung – nicht nur für Pädagoginnen und Pädagogen.

Einmal im Monat werden zu aktuellen Themen interessante Filme ausgewählt und zusätzlich kompetente Referentinnen bzw. Referenten eingeladen, mit denen eine vertiefende Diskussion geführt werden kann.

> Vorträge der Reihe Gesellschaftskritik bei Merlin

> zur website des Medienhauses Hannover

 

Veranstaltungen im Jahr 2018


 

Mi. 12.12.2018 - 20 Uhr
Faszination Wahnsinn – Warum uns der Wahn begeistert
Referent: Dr. Utz Anhalt

„Ein Wahnsinniger ist nichts als eine Minderheit, die nur aus einem einzigen Menschen besteht.“ Marco Lazarov, Hannoveraner Schriftsteller, der 1996 sein Leben beendete.

Wie kann seriöser Journalismus Wahnkonstruktionen entgegenwirken? Oder ist Trump ein hoffnungsloser Fall?

Als Wahn bezeichnen wir, wenn Menschen die Wirklichkeit pathologisch verzerren. Die Betroffenen halten fanatisch an Überzeugungen fest, die sich einwandfrei widerlegen lassen - und dies auch entgegen ihren eigenen Lebenserfahrungen und Logik. Wahn ist zutiefst menschlich.

Wahn betrifft nicht nur diagnostizierte psychische Störungen: Verschwörungsfantasien grassieren, Menschen schlagen sich im religiösen Wahn für Hirngespinste die Schädel ein. Jeder Thrillerautor könnte religiöser Führer werden, wenn er seine literarische Redlichkeit verließe. Menschen schaffen sich eine fiktive Welt, die niemals eine „objektive Wirklichkeit“ zeigt. Weltliteratur, Religion und Politik stecken voll mit klinischem Wahn: Propheten bei Christen, Juden und Muslimen hören Stimmen einer unsichtbaren Kraft (Psychose), werden von Dämonen verfolgt (paranoide Schizophrenie), oder behaupten, die Welt zu erlösen (Größenwahn). Warum landen aber die einen in der Psychiatrie und die Anderen werden als Heilige verehrt? Wo liegt die Grenze zwischen Wahnsinn und Nicht-Wahnsinn? Wie kommt es, dass uns der Wahnsinn begeistert?

„Ein Wahnsinniger ist nichts als eine Minderheit, die nur aus einem einzigen Menschen besteht.“ Marco Lazarov, Hannoveraner Schriftsteller, der 1996 sein Leben beendete.

Wie kann seriöser Journalismus Wahnkonstruktionen entgegenwirken? Oder ist Trump ein hoffnungsloser Fall?

 

Als Wahn bezeichnen wir, wenn Menschen die Wirklichkeit pathologisch verzerren. Die Betroffenen halten fanatisch an Überzeugungen fest, die sich einwandfrei widerlegen lassen - und dies auch entgegen ihren eigenen Lebenserfahrungen und Logik. Wahn ist zutiefst menschlich.

 

Wahn betrifft nicht nur diagnostizierte psychische Störungen: Verschwörungsfantasien grassieren, Menschen schlagen sich im religiösen Wahn für Hirngespinste die Schädel ein. Jeder Thrillerautor könnte religiöser Führer werden, wenn er seine literarische Redlichkeit verließe. Menschen schaffen sich eine fiktive Welt, die niemals eine „objektive Wirklichkeit“ zeigt. Weltliteratur, Religion und Politik stecken voll mit klinischem Wahn: Propheten bei Christen, Juden und Muslimen hören Stimmen einer unsichtbaren Kraft (Psychose), werden von Dämonen verfolgt (paranoide Schizophrenie), oder behaupten, die Welt zu erlösen (Größenwahn). Warum landen aber die einen in der Psychiatrie und die Anderen werden als Heilige verehrt? Wo liegt die Grenze zwischen Wahnsinn und Nicht-Wahnsinn? Wie kommt es, dass uns der Wahnsinn begeistert?

www.utzanhalt.de


Utz Anhalt, Geb. 19.03.1971 in Hannover. 1999 Magister Geschichte / Politik; 2007 Doktor der Philosophie über die Geschichte der Zoos.
Redakteur bei Heilpraxisnet.de, Dozent, Publizist und Autor unter anderem für Museum aktuell, Expotime, Nautilus - Magazin für Abenteuer und Fantastik, Miroque, Karfunkel, Zillo Medieval, Sitz-Platz-Fuß, Junge Welt, Freitag, TAZ, ND, Frankfurter Allgemeine. Mitarbeit bei Abenteuer Wissen, Welt der Wunder, Galileo Mystery, History Channel, Planetopia.

Recherche in Venezuela, bei Indigenen in USA / Mexiko, Tansania / Uganda, Indien, Thailand und inzwischen vor allem Iran.

 


Mi. 21. November 2018 - 20 Uhr
"Ich zuerst" - Eine Gesellschaft auf dem Ego Trip
Referentin: Heike Leitschuh

"Im Buch frage ich, ob das ständige Konkurrenzdenken unsere Gesellschaft bedroht. Ich habe mit vielen Betroffenen im öffentlichen Dienst, im Sport, in Schulen, in Krankenhäusern, mit Forschern und Politikerinnen gesprochen. Meine Bilanz: Neoliberales Gedankengut lässt die Solidarität und den Respekt der Menschen untereinander schwinden und schadet somit der Gesellschaft. Immer mehr Menschen denken nur noch an sich, an die Karriere und die eigenen Bedürfnisse und behandeln ihre Mitmenschen dabei mitunter extrem mies. In der Politik und den Medien wird das Problem vernachlässigt. Höchste Zeit also, um umzudenken und gegenzusteuern, sowohl mit einer anderen Politik, als auch bei jeder/jedem einzelnen von uns. Sonst werden wir schon bald in einem Land leben, in dem alle nur noch sich selbst die nächsten sind und nur noch zählt, was sich rechnet."

2-seitiger Artikel zum neuen Buch unserer Referentin in der Frankfurter Rundschau vom 11.10.2018 unter http://www.fr.de/panorama/leseprobe-dein-verdammtes-ding-a-1599152

http://www.heike-leitschuh.de


Dr. Heike Leitschuh i
st seit  1995 selbstständige Journalistin, Buch-Autorin, Moderatorin und Beraterin für  Nachhaltige Entwicklung. Sie studierte Politologie in Marburg und arbeitete  von 1989 bis 1995 als Redakteurin im Frankfurter Verlag der Ökologischen  Briefe. 2004 leitete sie das Corporate Sustainability Management Forum am  International Institute for Management Development in Lausanne. Heike  Leitschuh ist Mitglied im Beirat für die Nachhaltigkeitsfonds der Bank Sarasin  in Basel, im Netzwerk Der Kongress  tanzt und Mitherausgeberin des Jahrbuch Ökologie.

 


 

17. Oktober 2018 - 20 Uhr
"Weltuntergang oder ideale Gesellschaft" - Warum wir Utopien brauchen
Referent: Prof. Dr. Paul D. Bartsch - Hochschule Merseburg

Utopisches Denken begleitet die Menschheit seit zweieinhalbtausend Jahren: Das reicht vom idealen Staat Platons über die Insel Utopia des Thomas Morus bis zu den großen Dystopien des 20. Jahrhunderts (Samjatin, Huxley, Orwell, Bradburry) und ökotopischen Entwürfen für das 21. Jahrhundert. Dabei meint Utopie keineswegs (nur) den Blick in die Glaskugel einer fernen Zukunft. Vielmehr braucht gerade die Gegenwart angesichts aktueller Herausforderungen (von denen die Digitalisierung nur eine darstellt) eine Perspektive, die aus der kritischen Reflexion des Gewesenen das Denkbare, das möglich Erscheinende entstehen lässt – und zwar in seiner Ambivalenz von dystopischer Warnung bis zum „Prinzip Hoffnung“.

Der Philosoph Oskar Negt bringt es auf die Formel „Soziales Gedächtnis und Utopiefähigkeit sind zwei Seiten derselben Sache“ und schlussfolgert, wer „über Verluste, die er erlitten hat, nicht trauern kann, hat auch keine Kraft zur Utopie“. Und ein aktuelles Buch seines jüngeren Kollegen Richard David Precht trägt den Untertitel „Eine Utopie für die digitale Gesellschaft“.

Der Vortrag sucht Antworten auf die Frage, warum wir Utopien brauchen und wo ihre Potenziale, aber auch ihre Grenzen liegen. Immerhin: Auch und gerade wenn man fest mit beiden Beinen auf der Erde steht, kann man den Kopf hoch in den Himmel recken und zwischen den Wolken nach Ausblicken auf Sonne, Mond und Sterne hoffen…

 

Paul D. Bartsch, Jahrgang 1954, ist Literaturwissenschaftler, Medienpädagoge und Professor für Erziehungswissenschaft an der Hochschule Merseburg (Fachbereich Soziale Arbeit.Medien.Kultur). Daneben ist der inzwischen mehrfache Großvater seit vier Jahrzehnten als Liedermacher unterwegs, um die Hoffnungsfülle der Utopien mit der Holzgitarre gegen virtuelle Illusionen und digitale Sounds zu verteidigen.


 

30. Mai 2018, 20 Uhr
Vereint gegen Nazionalsozialismus – Jamel rockt den Förster-Festival undseine Geschichte.
Horst und Birgit Lohmeyer berichten live im Medienhaus von ihrem Kampf in Jamel gegen Rechts

Horst und Birgit Lohmeyer – er Musiker, sie Schriftstellerin – übernahmen 2004 den idyllisch am Waldrand gelegenen <http://www.forsthof-jamel.de/> Forsthof im Wismarer Umland. Das Dorf Jamel tauchte bis zu diesem Zeitpunkt ausschließlich mit negativen Schlagzeilen in der Öffentlichkeit auf. Die überwiegend rechtsextreme Dorfbevölkerung hatte Jamel in der Vergangenheit zu trauriger Berühmtheit verholfen. Es ist von Neonazis gezielt als „nationalsozialistisches Musterdorf“ besiedelt worden. Das Festival bedeutet seit 2007 Gegenwehr gegen diese Vereinnahmung und soll den Nazis demonstrieren, dass ihnen „demokratischer Gegenwind“ entgegen bläst.

Im Jahre 2007 hieß es „Vorhang auf“ für das erste Jamel rockt den Förster-Festival auf dem <http://www.forsthof-jamel.de/> Forsthof in Jamel. Was 2004 als kleines, feines Sommerfest für Freunde, Verwandte und Kollegen begann, entwickelte sich – beinahe zwangsläufig – zu einem ambitionierten kulturpolitischen Projekt.

Dies sollte nicht so bleiben, beschlossen die beiden Lohmeyers und öffneten 2007 zum ersten Mal die Pforten ihres Forsthofes für Musikinteressierte. Das Open Air Festival unter dem Mot

to „Rockmusik für Demokratie und Toleranz“ versammelte Bands der regionalen und überregionalen Musikerszene auf der großen Waldbühne vor Publikum aus dem gesamten Landkreis.

Das ehrenamtlich organisierte, nicht-kommerzielle Festival lockt in jedem Jahr die Öffentlichkeit nach Jamel und dokumentiert, für was sie einstehen: „Mecklenburg bleibt bunt“.

14.08.2015 – „Nach dem Feuer auf dem Hof des als Nazi-Gegner bekannten Künstlerpaares Birgit und Horst Lohmeyer in Jamel bei Wismar haben die Ermittler in den Resten der niedergebrannten Scheune Spuren von Brandbeschleuniger gefunden. Damit stehe fest, dass das Feuer vorsätzlich gelegt wurde.“

Die Landtagspräsidentin Sylvia Bretschneider hat die Schirmherrschaft über das Festival übernommen. Seit 2016 hat zusätzlich die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, Manuela Schwesig, die Schirmherrschaft übernommen.

Zum elften Mal wurde 2017 gemeinsam den Förster gerockt und in Jamel gezeigt, dass Mecklenburg bunt bleibt!

Es spielten unter der Moderation von Bela B.: Zaunpfahl, Goldroger, Die Sterne, Kraftklub, Slime; Und am nächsten Tag unter der Moderation von Fatih Cevikkollu: Theater, Schreng Schreng & LaLa, Schnipo Schranke, Das A

uge Gottes, Schrottgrenze, Fehlfarben, Beatsteaks und Tequila ATSG.

„Es war uns ein Fest, mit euch ein friedvolles und entspanntes Festival zu feiern! Vielen Dank für eure Unterstützung! „ Das nächste Festival in Jamil findet am 24. + 25. August 2018 statt.

Tickets / Fotos und mehr Informationen gibt’s unter: <https://www.forstrock.de/> https://www.forstrock.de/

Das Zielpublikum von „Jamel rockt den Förster“ besteht in erster Linie aus politikinteressierten Demokratieförderern. Insofern ist das Festival nicht vergleichbar mit kommerziellen Musikfestivals.

Das Line up wird bis zum Festivaltermin nicht bekannt geben, damit alle, die nicht nur an den fantastischen Bands, sondern auch an der politischen Aussage des Festivals interessiert sind, die Chance hatten, <http://www.forstrock.de/karten> Tickets zu bekommen.

Personen, die rechtsextremen Organisationen oder der rechtsextremen Szene angehören oder rechtsextremes Gedankengut propagieren, haben keinen Zutritt!

 

Weitere Links:

https://www.ndr.de/nachrichten/.../Jamel-Rechtsradikale-Feier-in-Mai,jamel34 4.html

https://www.ndr.de/.../Luther-Preis-fuer-Ehepaar-Lohmeyer-aus-Jamel,lohmeyer 210.ht...

<https://www.huffingtonpost.de/2016/12/16/jamel_n_13669604.html> https://www.huffingtonpost.de/2016/12/16/jamel_n_13669604.html

https://www.welt.de/politik/deutschland/article145221948/Scheune-der-Nazi-Ge gner-vorsaetzlich-angezuendet.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2015-08/jamel-lohmeyers-rechts extremismus-mecklenburg-brandstiftung

https://www.brandeins.de/magazine/brand-eins-wirtschaftsmagazin/2016/vorbild er/aufgeben-niemals


 

12.09.2018
Die Angst der Eliten. Wer fürchtet die (direkte) Demokratie
Referent: Paul Schreyer, Journalist

Das System steckt in der Krise. Liegt der Ausweg in mehr direkter Demokratie? Oder ist das Volk zu „dumm“, um in wesentlichen Fragen selbst zu entscheiden?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

22.08.2018, 20 Uhr
Mord am Internet
Referent: Wolfgang Romey, Dezernent für Lehererausbildung und -fortbildung

Welche Folgen hat das neue Urheberrecht? Stimmt die Befürchtung, dass dadurch dazu beigetragen wird, das freie Internet zu zerstören?

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

28. März 2018, 20 Uhr
Aktuelle Formen des Extremismus
Referent: Dr. Martin Mauri

Nach einer Einleitung über Definitionsansätze zu Extremismus wird Dr. Martin Mauri in die Phänomenbereiche Rechts- und Linksextremismus sowie Islamismus (hier v.a. Salafismus) einführen. Neben Grundlagen zum Verständnis geht es darum, die aktuellen Formen und das Gefährdungspotenzial die hiervon ausgehen deutlich zu machen.

 

 

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Veranstaltungen im Jahr 2017

Veranstaltungen im Jahr 2017

Dokumentation der Veranstaltungen im Medienhaus zu den Themen: Populismus für Anfänger. Anleitung zur Volksverführung - Politikversagen. Was in unserer Gesellschaft schief läuft - Abgasskandal und Lobbyismus in Deutschland - "Drehung im Kopf". Fake als subversive, künstlerische Strategie - Van Gogh TV- Murks? Nein danke" - "#ÖZGÜRÜZ - Wir sind frei" - Geordnete Verhältnisse?! Verflechtungsstrukturen deutscher TV-Sender - Kulturelle Globalisierung am Beispiel ethnischer Tänze Lesen Sie mehr
Veranstaltungen in den Jahren 2014 bis 2016

Veranstaltungen in den Jahren 2014 bis 2016

Dokumentation der Veranstaltungen im Medienhaus zu den Themen: Gute Nachrichten / schlechte Nachrichten - "El Kurdi spricht Deutsch" – Plastikmüll - Sea-Watch.org - "Wake up - Bio Rhythmen" - "Frühstück mit der Drohne - Tagebuch aus Gaza" - Das Ende der Behaglichkeit - Was das Haben mit dem Sein macht - Wem gehört Deutschland? - Kiron University - Werbung bekämpfen - Dokumentation der Veranstaltungen im Medienhaus zu den Themen: Kapitalismus begrenzen? - Die All-Inclusive Lüge - Piraterie vs. Monopole - Ist Kunst politisch? - Das digitale Kapital – Datenkraken - Freihandelsabkommen TTIP - Ticken wir noch richtig? Lesen Sie mehr
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